..... und normalerweise wollte ich auch nicht hier im Blog darüber berichten.

Aber es gab so viele blödsinnige Kommentare von Leuten, die es überhaupt nicht verstehen konnten, dass wir aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Deutschland gegangen sind. Diesen Leuten sei gesagt: Wenn wir in Spanien geblieben wären, hätte es für mich aufgrund der langwierigen Untersuchungstermine ganz böse ausgesehen. Eine Erklärung dazu nachfolgend:

Unsere Wohnung ist so gut wie fertig (bis auf Kleinigkeiten), morgen kommen noch Esszimmer und Dielenmöbeln.

Jochen war noch nicht beim Arzt, da andere Schwierigkeiten hier aufgetreten sind. Letzte Woche hat mein Chef (Internist) einen Termin bei einem sehr guten Hautarzt für mich gemacht, da ich kaum noch laufen kann und auch meine Hände nicht mehr einsatzfähig sind. Hände und Füße sind mit Rissen überzogen, die bei jeder Bewegung bluten …. Es ist einfach nur noch schrecklich. Die Diagnose des Hautarztes aus der Pfalz (wo wir vor 3 Wochen waren bei einem Zwischenstopp bei Freunden) wurde von diesem Arzt bestätigt : Schuppenflechte in Kombination mit Neurodermitis (ich hatte so etwas noch nie in meinem Leben … beides ist im Dezember letzten Jahres ausgebrochen). Damals hat man in Centro de Salud keine große Aufmerksamkeit darauf gelegt und mit verschiedenen Cremes experimentiert (Kortison,  eine Creme gegen Pilze, ein Antiallergikum etc, etc.). Nachdem ich auf einen Facharzt gedrängt hatte, hat man mir gesag, dass in den nächsten Wochen bzw. Monaten kein Termin frei sein wird. Man würde mich aber dann irgendwann anrufen, wenn ein Termin vorhanden ist.

Zurück zu dem Hautarzt, den mein  Chef für mich organisiert hat. Er sagte mir bei der eingehenden, wirklich sehr gründlichen Untersuchung, dass es eine "größere Baustelle" , die vorrangiger wäre, geben würde …. und zwar zwischen meinen Schulterblättern  ….. schwarzer Hautkrebs. …. ein malignes Melanom. Er machte direkt einen Termin in der Uniklinik Bochum für den nächsten Tag, da dort die Histologie schneller vorhanden ist als in einem normalen Krankenhaus (diese Dringlichkeit gab mir sehr zu denken und machte mir Angst). Dort war ich dann auch , um den Tumor herausschneiden zu lassen.

Gestern erfuhr ich dann Genaueres……. Es ist der aggressive schwarze Hautkrebs, der ziemlich groß und ziemlich tief war und deshalb muss ich auch nochmals ins Krankenhaus, damit weiter herausgeschnitten werden kann (und muss). Außerdem muss der Wächterlymphknoten entfernt werden, um zu sehen, ob dieser infiltriert wurde. Wenn dies der Fall ist, muss weiter nach befallenen Organen gesucht werden …… bzw. nach Metastasen. Ich hoffe jedoch, dass dies noch nicht passiert ist.

Die Ärztin sagte mir nochmals, dass es allerhöchste Zeit war, den Tumor zu entfernen ….. ich hätte nicht länger damit warten dürfen.

Außerdem muss ich, egal wie das Lymphknotenergebnis ausfällt, nach der OP eine Interferon-Therapie machen, d.h., dass ich mir selbst 3 x in der Woche eine Spritze setzen muss ….. und das für 1 – 1 ½ Jahre. Auf meine Frage hin, ob es eine Chemotherapie ist, antwortete mir die Ärztin, dass es so ähnlich wäre (zur Abtötung evtl. noch vorhandener Krebszellen),  jedoch als Nebenwirkungen keinen Haarausfall verursachen würde, sondern Symptome wie bei einer Grippe (na toll, grippeartige Beschwerden….. und das 1 ½  Jahr lang … kein schöner Gedanke).

Das ist der Stand der Dinge momentan …….. und das mein eigentliches Leiden, weshalb ich überhaupt beim Hautarzt war (Schuppenflechte und Neurodermitis) im Krankenhaus mitbehandelt würden. Das ist mir jedenfalls ein großes Bedürfnis, denn durch diese Erkrankungen ist meine Lebensqualität doch sehr, sehr stark eingeschränkt (meine Füße sehen aus, als hätte man mit einem Messer von den Fußsohlen bis zu den Zehen Einschnitte gemacht ….. die Wunden klaffen auf und entzünden sich. Bei jedem Schritt reißen sie ein. Die Hände sehen nicht besser aus, die Haut hängt in Fetzen herunter, ich kann nur noch mit Baumwollhandschuhen diese ein wenig schützen, was im Haus ja noch o.k. ist, draußen jedoch nicht machbar ist. Der Zustand hat sich vom Beginn Mitte Dezember in Spanien (ich hatte vorher so etwas noch nie) bis jetzt drastisch verschlechtert. Hätte man damals in Spanien darauf reagiert, wäre es wahrscheinlich nicht so eskaliert.

Ich hoffe, rechtzeitig genug zurück gekommen zu sein …… vielleicht war es eine Fügung des Schicksals, dass alles so gekommen ist.

Daher nochmals, um zum Ausganspunkt zurück zu kehren, für all die Leute, die es immer noch nicht verstanden haben: Privat versicher ist wahrscheinlich ok. in Spanien, gesetzlich versichert geht gar nicht (zumindest nicht im Centro de Salud in Orihuela Costa).